Traumatologie (Zahnschaden durch Unfall)

Wenn bei einem Unfall ein Zahn beschädigt wird oder gar heraus fällt, sind folgende Verhaltensweisen hilfreich:

Wenn eine Dentosafebox zur Stelle ist (dies ist eine Box mit einem Nährmedium, die die Zellen des Zahnes ernähren und somit vital erhalten): Den Zahn dort hinein legen. Denn der ganze Zahn hat gute Überlebenschancen, wenn die Fasern möglichst sofort, nachdem er aus dem Mund gekommen ist, feucht gehalten werden. Sollte keine Dentosafebox zur Stelle sein legen Sie den Zahn in die Wange oder in ein feuchtes Glas mit Milch oder mit 0,9% Kochsalzlösung. Auch sollten Sie unbedingt wenn möglich alle abgebrochenen Zahnteile mitbringen, weil der Zahnarzt diese mit der Adhäsivtechnik wieder einkleben kann.

Hierbei gibt es nun besondere Situationen:

Ein Teil des Zahnes mit halber Wurzel ist herausgefallen.

Dieser Zahn ist leider nicht lebendig zu erhalten – wir müssen in diesem Fall mit dem Einsatz eines Implantates oder einer Brücke arbeiten.

Der komplette Zahn mit kompletter Wurzel ist herausgefallen

– und er  kann wieder eingesetzt werden. Bestenfalls wächst auch der Zahnnerv wieder an und die Zahnwurzel bleibt vital. Es bleibt allerdings ein Restrisiko, dass der Nerv in der Zahnwurzel nicht anwächst und abstirbt. Dann muss der Zahn wurzelgefüllt werden.

Selbst wenn das getan ist, verbleibt noch ein Restrisiko, dass Zellen  im Wurzelkanal den Zahn von innen anresorbieren und ihn auflösen.  Dieses Restrisiko ist schwer einzuschätzen, zumal es erst bis zu 40 Jahre später auftreten kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Restrisiko eintritt, sinkt allerdings von Tag zu Tag.

Der Zahn hat nur eine starke Krafteinwirkung erfahren und schmerzt.

Wenn der Zahn beim Zahnarzt nicht mehr sensibel reagiert, wird man abwarten müssen, ob sich der Nerv noch einmal erholt oder ob er doch abstirbt. Wenn er abstirbt ist eine Wurzelfüllung notwendig.

Differentialdiagnostisch ist hier eine interne Fraktur abzugrenzen, die nur schwer zu diagnostizieren ist.

Ein Stück des Zahnes ist abgebrochen.

Hier muss man unterscheiden, ob dabei der Nerv geöffnet wurde oder ob er verschlossen bleibt. Bleibt er verschlossen, so kann man ohne weiteres das abgebrochene Stück wieder ankleben.

Sollte es nicht dabei sein, so kann man es auch in Kunststoff oder Keramik wieder aufbauen. Was man hier macht, entscheidet man auch danach, ob zum Beispiel die Zahnstellung und das Wachstum abgeschlossen sind oder nicht.

Der Zahn ist abgebrochen und der Nerv ist geöffnet.

Hier kann mit MTA eine biologische Abdeckung der eröffneten Stelle geschaffen werden. Ist die Wurzel noch nicht ganz ausgewachsen, so kann durch die biologische Abdeckung mit MTA das Wurzelwachstum fortgesetzt werden.

Eines muss man leider dazu sagen: Wenn einmal eine starke Kraft auf den Zahn eingewirkt hat, dann ist ein  Risiko der internen Wurzelresorption vorhanden. Dies kann sich manchmal auch erst nach vielen Jahren zeigen. Das längste, was wir in so einem Zusammenhang behandelt haben, war eine interne Resorption nach 40 Jahren.

 
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